Die Vision ein Produkt zu erschaffen, das Freundesgruppen das gemeinsame Verreisen erleichtert, ganz ohne Streit und großen Aufwand – mit diesem Ziel sind wir im Juli 2014 gestartet und haben seitdem hart daran gearbeitet, match it erfolgreich an den Markt zu bringen. Doch manchmal reicht harte Arbeit und uneingeschränktes Engagement nicht aus. Manchmal fehlt einfach das letzte Quäntchen Glück, Überzeugungsarbeit oder Fortschritt. So leider auch bei uns.

Und so müssen wir nach über einem Jahr in unserem Startup leider feststellen, dass wir es trotz intensivsten Bemühungen nicht geschafft haben, die benötigten 300.000€ für eine erste Finanzierung zu besorgen. Damit bleibt uns leider nichts anderes übrig, als match it Ende Oktober einzustellen – trotz allem positiven Feedback von Investoren und der Tourismus-Industrie.

Prototyp match itGestartet sind wir ganz bescheiden zu zweit, aus Stefan’s Wohnzimmer heraus. Gemeinsam mit der Bielefelder Agentur „Palasthotel“ fingen wir an, den mobilen Prototyp von match it zu entwickeln. Es wurden Grafiken erstellt, Lastenhefte geschrieben und die Firmenwebseite gelauncht. Zudem halfen uns Freunde und Familie bei Bier und Pizza die ersten Reiseziele zu recherchieren und damit die Produktdatenbank zu befüllen. Da auch das Team immer weiter wuchs (von 2 auf 7 Personen) sind wir schließlich ins Gründerzentrum nach Bielefeld umgezogen.

Den fertigen Prototypen stellten wir dann ab März 2015 auf diversen Events vor, z.B. auf der StartupCon, Heureka, Rheinland Pitch, VIR Innovationstagen uvm. Und auch vor Fachpublikum traten wir auf: auf dem weltweit größten Tourismus-Kongress, der ITB 2015 in Berlin. Dabei erhielten wir sowohl von den großen Touristik-Konzernen als auch von Reisebüros, Online-Plattformen und der Fachpresse viel positives Feedback und Kooperationsanfragen, wobei ein Übernahmeangebot im Mai den Höhepunkt der Entwicklung darstellte. Damals konnte man sich nicht über die Konditionen einigen, weshalb wir uns dann wieder auf die Investorensuche gemacht haben.

Das viele positive Feedback und die schnell wachsende Nachfrage nach unserer Android und iPhone-App ließen uns zuversichtlich auf die weitere Entwicklung von match it schauen und so fingen wir an, die marktfertige Version „match it 2.0“ für den Webbrowser & Tablets zu konzipieren. Mit einem größeren Produktangebot, einer direkten Buchungsmöglichkeit und weiteren Features für Planung und Abstimmung einer Reise wollten wir den Kunden ein bedienfreundliches Tool zur Hand geben mit der die Urlaubsplanung zur schönsten Nebensache der Welt werden sollte.

match it 2.0 - Screen 1 match it 2.0 - Screen 3 match it 2.0 - Screen 2

 

Die Entwicklung des fertigen Produktes benötigt jedoch deutlich mehr Ressourcen – sowohl was den Input unseres Teams (das bisher fast nur neben ihren regulären Jobs bei uns arbeitet) als auch was die Investitionen für Lizenzen, Software und Infrastruktur angeht. Bisher wurden alle Ausgaben durch uns Gründer getragen, wodurch schon ein Auto und ein Motorrad geopfert werden mussten. Ewig konnte das Ganze nicht so weitergehen. Und so versuchen wir seit Mitte des Jahres eine Finanzierungsrunde über 300.000€ zu sichern.

Trotz der intensiv geführten Gespräche mit Investoren haben wir die benötigte Summe nicht zusammen kriegen können. Das Leben ist nicht immer ein Film mit Happy End und einige Investoren zeigten sich manchmal trotz erster Zusagen am Ende leider nicht entscheidungsfreudig und schließlich risikoavers. Man verstand, dass die Idee Potential hat und glaubte an das Team, aber man wolle vor einer Investition mehr Umsatz und mehr User sehen. Also stehen wir nun vor dem Henne-Ei-Problem: Wir glauben an die Idee und wissen, wo die Reise hingehen soll, aber die Mittel für die weitere Entwicklung und Systeme fehlen uns. Und so bleibt uns leider nichts anderes übrig, als die Entwicklung von match it an dieser Stelle zu unterbrechen.

Rückblickend lassen sich natürlich Entscheidungen in Frage stellen und man fragt sich natürlich: „Was hätten wir anders machen sollen?“ Doch bei aller Selbstkritik sind wir auch stolz darauf, was wir geschafft haben: der Prototyp, die vielen Fans, das Team und das match it 2.0-Konzept. Und so sehen wir zwar etwas wehmütig zurück, blicken aber gleichzeitig positiv in die Zukunft, denn von diesem Lernpfad werden wir zukünftig profitieren. Und so beginnt für uns nun wieder die Suche nach interessanten neuen Herausforderungen, wo wir unser Wissen und unsere unternehmerische Kraft sinnvoll einbringen können. Über hilfreiche Tipps oder Angebote freuen wir uns, sprecht uns gerne an.

An dieser Stelle möchten wir aber nicht nur über uns reden, sondern uns bei all denjenigen bedanken, die uns in den letzten Monaten bzw. Jahr zur Seite gestanden haben: Sei es die tatkräftige Unterstützung beim Testing, das wertvolle und ehrliche Feedback zum Produkt, die Ausstattung für unser Büro oder die Weiterleitung zu wichtigen Kontakten und Firmen. Dank euch konnten wir deutliche Schritte nach vorn machen und sind überhaupt erst soweit gekommen. Auch hier ein großes Dankeschön an unsere Familien, die uns in dieser manchmal schwierigen Phase den Rücken freigehalten und immer an uns geglaubt haben. Vielen Dank, dass ihr für uns da seid!

Den größten match it-Dank möchten wir unserem Team aussprechen, die mittlerweile zu guten Freunden geworden sind:

– Leonard Arnold – Android-Zauberer

– Benjamin Böcker – Herr der iOS und ersten Android Version

– Mounir Boukka – auf ewig unser Lieblingspraktikant aka Marketingtalent

– Mario Bruns – Grafikgenie und Gestalter des neuen Designs

– Aleksej Dix – unser WordPress-Template-Experte

– Kai Hohmeier – Online-Marketing- und Hunde-Guru

– Melanie Mrozek – Beste HR- und Buchhaltungsfee

– Nils Orichel – Backendmaster, match it-Architekt und Meistergriller

– Jan Daniel Westermann – Passionierter Web-Problemlöser

Die Reise mit euch war großartig. Ihr habt in guten wie in schlechten Zeiten zu uns gestanden. Bei Investitionszusagen und auch bei den Absagen. Wenn es brenzlig wurde, haben wir gemeinsam bis spät in die Nacht oder am Wochenende gecoded, gearbeitet, telefoniert und getestet. Es sind die intensiven Momente, die uns fehlen werden: die guten “Rock the T-Rex”-Workshops, unsere heiß diskutierten Mario Kart 64-Rennen („Wie? Man kann um Kurven sliden, Alex?“) oder unsere legendären Messebesuche („Tenqueray Tee&Tonic“). Daher, um es kurz zu machen: Ihr rockt, vielen Dank für diese geile Zeit!

Am Ende bleibt uns somit nur noch einmal das große Dankeschön an alle Unterstützer, Weg-Begleiter und auch Kritiker von match it. Ihr alle habt uns so weit gebracht auch wenn es letztendlich nicht ganz gereicht hat. Sollte jemand die Power, das Interesse und nötige Geld haben, unsere Arbeit am match it 2.0 – Konzept fortzusetzen und an den Markt zu bringen, unterstützen wir dabei gerne! Wir glauben weiterhin an das Potenzial der Idee und würden uns daher freuen, wenn es vielleicht in einem anderen Setting weiterleben würde. Schreibt uns dafür am besten einfach direkt an.

Unsere gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse aus match it werden übrigens auch in unserem neuen Projekt aufgehen, Startup-Landschaft.de. Das Online-Portal soll Gründern die Angebotsvielfalt ihrer Region aufzeigen und so beim Start in die Selbstständigkeit helfen. Das Projekt wird von uns ehrenamtlich und neben unserer Haupttätigkeit ausgeführt, weshalb wir uns über jede Unterstützung freuen. Schaut es euch an und bleibt auf dem Laufenden was sich bei uns so tut unter: www.Startup-Landschaft.de. Wir freuen uns darauf, weiterhin mit euch in Kontakt zu bleiben!

Viele Grüße
Stefan & Alexander